Sommerfest bei der Quiltmaus in Hamm

Am Samstag hatte die Quiltmaus zu einem quiltigen Sommerfest nach Hamm eingeladen. Ich hatte ja am Freitag noch schnell einen Spendenblock genäht.


Ich bin also mitten in der Nacht (6 Uhr morgens an einem Samstag ist für mich mitten in der Nacht) aufgestanden, da ich um 07:22 schon mit dem Zug unterwegs sein mußte. Noch sehr müde schleppte ich mich also zum Bahnhof und setzte mich in den Zug. 3 Stunden Zugfahrt hatte ich vor mir mit zweimal Umsteigen. Einmal in Köln und dann nochmal in Hamm. Um 10:23 kam der Zug an der Haltestelle Bockum-Hövel an. Von dort hätte ich eigentlich laufen müssen. Aber ein glücklicher Zufall schickte mir ein Taxi. Denn Stefanie Meyer war dort, um eine andere Besucherin abzuholen und so habe ich mich spontan angeschlossen. Zwar wären die 1,5 km an dem schönen, sonnigen Tag nicht so weit gewesen, aber wenn man auch gefahren werden kann, warum dann laufen, gelle?


Das Sommerfest selbst war sehr interessant. Ich kannte zwar niemanden dort, habe aber trotzdem schnell Anschluß gefunden. Es gab eine Vorführung der Firma Coats. Gezeigt wurde, wie man kleine Stoffblumen näht, die man als Deko für alles mögliche verwenden kann. Da hab ich erstmal eine Runde zugeguckt und gestaunt. Das geht ja wirklich einfach und schnell und sieht so schön aus. Die Dame von Coats hatte in der Technik ein Nadelkissen dort, was ich wirklich sehr schön fand. Das werde ich demnächst mal probieren. Ich muss nur erstmal meine Stoffsammlung nach passendem Stoff durchwühlen. Eine Blüte sollte schließlich auch die entsprechenden Farben haben.

Danach hat mich Jennifer dazu animiert, ein Herz zu applizieren. Sie war auch diejenige, die mir das Taxi beschert hat und mit der ich mich später noch sehr nett unterhalten habe. Applizieren ist aber so gar nicht meins. Ich habe vor Jahren mal einen Kurs mit den Zweibrücker Rosenquiltern zusammen gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass es mir zu viel Gefummel ist und das Ergebnis bei mir einfach nicht schön aussieht. Bei den meisten anderen sah es richtig gut aus. Auch meine Freundin Doris ist damit gut zurecht gekommen. Sie appliziert aber auch sehr gerne und hat da einige Dinge genäht, über die ich jedesmal von Neuem staune. Damals habe ich diese Technik für mich abgehakt und mich mehr aufs Nähen mit der Maschine verlegt. Insbesondere die Paper-Piercing-Technik, bei der man das Muster auf Papier vorzeichnet und dann auch auf dieses Papier näht. Dabei werden die Nähte unglaublich exakt. Gerade für Nähanfänger eine einfache Technik, um schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Natürlich geht damit nicht alles, da diese Technik natürlich nur mit geraden Nähten arbeitet. Auch Y-Nähte kommen dort nicht zur Anwendung. Allerdings gibt es reichlich Bücher und Anleitungshefte und auch freie Muster im Internet, die ganze Bilder in dieser Technik beschreiben. Bei Gelegenheit stelle ich das mal genauer vor. Aber mal zurück zum Thema. Jennifer hat mir eine Technik gezeigt, von der ich immer mal wieder in diversen Blogs gelesen habe. Nämlich die Technik mit Freezer-Paper. In englisch-sprachigen Blogs liest man darüber öfter. Freezer-Paper ist eigentlich ein Produkt für den Haushalt, wie der Name schon sagt. Aber es ist halbwegs stabil und läßt sich leicht mit dem Bügeleisen auf Stoff bügeln. Jennifer hatte das schonmal vorbereitet. Man schneidet dazu die entsprechende Form, in diesem Fall das Herz, aus dem Papier aus und bügelt es auf den Stoff. Dann schneidet man rundherum den Stoff mit etwas Nahtzugabe aus. Die Nahtzugabe wird dann rumgeheftet. Dann wird das Herz auf den Untergrundstoff geheftet oder mittels Sprühkleber aufgeklebt. Dann kann man das ganze recht einfach festnähen. Man muss nur immer am Rand entlang am Freezer-Paper vorbei festnähen. Man muss keine Nahtzugabe mehr umschlagen und der zu applizierende Stoff verrutscht auch nicht, da er zum einen festgeklebt/-geheftet ist, und zum anderen durch das Papier etwas starrer ist. Ist man fertig mit applizieren, muss man nur noch das Papier auf der Rückseite wieder rausfummeln. Dazu den Stoff natürlich einschneiden. Jennifer schneidet den Untergrundstoff hinter dem applizierten Stoff immer raus, da sie dann beim quilten eine Stoffschicht weniger hat. Das macht natürlich Sinn. Außerdem könnte man den rausgeschnittenen Stoff noch anderweitig verwenden. Diese Technik hat mir ein wenig Mut gemacht. Denn die folgenden beiden Blöcke habe ich im Verlauf des Samstages genäht:


Applizierte Herzen Im Vergleich zu meinen Versuchen vor einigen Jahren in himmelgroßer Unterschied!


Sicherlich werde ich jetzt nicht anfangen, und eine ganze Decke applizieren. Denn es ist immer noch sehr viel Vorbereitung notwendig. Und auch mein Nähen braucht man sehr viel Geduld und genaues Augenmaß. Aber ich denke, da wo es sich ergibt, werde ich dann vielleicht doch mal etwas applizieren.
Was ich aus den beiden Blöcken mache, weis ich noch nicht. Jennifer meinte, sie würden sich zum Beispiel für Topflappen eignen. Aber dafür finde ich sie zu schade. Vielleicht mit ein paar Paper-Piercing-Herzen ergänzen und einen kleinen Wandbehang draus machen? Oder wage ich mich daran und näh noch zwei weitere Herzblöcke. Diesmal weiße Herzen auf roten Grund? Ein Herz aus Freezer-Paper hat mir Jennifer mitgegeben. Die kann man mehrfach verwenden. Ich könnte das also machen. Naja, ich sammle erstmal noch Ideen.

Für das leibliche Wohl hatte Marita Meyer, die Inhaberin der Quiltmaus, in Form von Kaffee und Kuchen gesorgt. Ein leckeres Stück Apfelstreusel war somit mein Mittagessen.

Nach dem Mittagessen habe ich mich mal im Laden umgesehen. Schließlich wollte ich auch was mitnehmen, wenn ich schonmal vor Ort bin. Auf einem Wühltisch gab es sehr viele Muster- und Restestücke, mit denen man sich kleine Tütchen befüllen konnte. Pro Tüte 9,90 Euro, egal wieviel man in die Tüte bekommt; nur zugehen mußte sie noch. Der Erlös sollte für einen guten Zweck sein. Da wühlt man doch gerne. Lauter tolle Stoffe. Zwischen 1/2 Fat Quarter und 1/2 Meter waren die Stücke groß.

 

Diese beiden Tüten habe ich gefüllt: Spendentüten vom Krabbeltisch

 

Und das ist die Ausbeute ausgebreitet:
Inhalt der Spendentüten

 

Ich habe noch nicht nachgemessen, ob ich damit ein gutes Geschäft gemacht habe. Aber wenn ich bedenke, dass einige der Stoffe wohl 16 Euro pro Meter kosten, denke ich mal, dass ich nicht allzuschlecht weggekommen bin. Und ansonsten war es ja für einen guten Zweck. Ich finde, das war eine tolle Aktion. Im Nachhinein denke ich, ich hätte noch ein drittes Tütchen befüllen sollen. Es gab so viele schöne Stoffe, die sich gerade in der dortigen Größe prima für meine Scrap-Sammlung angeboten hätten. Aber vielleicht gibt es ja nächstes Jahr wieder ein Sommerfest bei der Quiltmaus mit dieser Aktion. Dann werde ich definitiv zuschlagen. Es ist wohl noch eine riesige Menge übrig geblieben, die die Helfer bei meiner Abreise schon wieder fleißig in Kisten gestapelt haben. Und dabei wollte ich den anderen Gästen nicht alles wegkaufen. Aber da hätte ich mir keine Sorgen machen müssen *lol*


Leider habe ich vor lauter Herzen applizieren total vergessen, Fotos vom Sommerfest zu machen. Es hingen nämlich einige sehr schöne Quilts im Garten, die eine wirklich schöne Deko abgegeben haben.


Um halb sechs bin ich dann wieder zurück zum Bahnhof gefahren worden. Ich hab mich da einfach an Jennifer drangehangen, die ihren IC kriegen mußte. Wieder 1,5 km Laufen gespart. Nicht, dass es schlimm gewesen wäre, zu laufen. Aber nach einem ganzen Tag auf so einer Holzbank waren mein Rücken und meine Beine nicht mehr so 100% kooperativ *lol* Um halb neun war ich dann endlich wieder zu Hause.


Alles in allem ein wirklich schöner Tag. Zwar durch die lange Anreise sehr anstrengend, aber ich war froh, dass ich hingefahren bin. Es hat sich wirklich gelohnt. Es hat Spaß gemacht, sich mal was neues zeigen zu lassen und den ganzen Tag nur mit Nähen und Quatschen mit Gleichgesinnten zu verbringen. Wäre die weiter und anstrengende Fahrt nicht gewesen, wäre das sogar noch ein entspannender Tag geworden.

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